Kein Regenbogen im Bürgerbüro

12 feb

Dit artikel verscheen vandaag in de Duitse krant Neues Deutschland.

Von Lukas Vanacker, Brüssel

Neutralitätsdebatte überschattet zehnjähriges Jubiläum der Homo-Ehe in Belgien

Diese Woche haben sowohl das französische als auch das britische Parlament die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare angenommen. Im Nachbarland Belgien Dagegen dürfen Schwule und Lesben schon seit zehn Jahren heiraten. Gleichzeitig ist dort eine lebhafte Debatte über die gesellschaftliche Situation Homosexueller im Gang.

In Punkto Gleichstellung von Homosexuellen spielt Belgien seit einem Jahrzehnt in der ersten Liga. Am 30. Januar 2003 öffnete das belgische Parlament die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Nach den Niederlanden war Belgien somit das zweite Land, das homosexuelle Ehen legalisierte. Seitdem heiraten jährlich etwa 2.000 Schwule und Lesben.

Seit 2006 dürfen Paare zudem legal Kinder adoptieren. Kürzlich wurde bekannt, dass die Hälfte der belgischen Adoptivkinder im letzten Jahr bei homosexuellen Adoptiveltern unterkam. Die Adoption ausländischer Kinder durch Homosexuelle gestaltet sich nach wie vor schwierig, da sich die meisten Herkunftsländer der Kinder einer solchen Adoption widersetzen.

Trotz der gesetzlichen Gleichberechtigung Homosexueller ist es in Belgien bis zur vollständigen Akzeptanz noch einen langen Weg. In mehreren belgischen Städten kam es in den letzten Monaten zu homophoben Vorfällen. Trauriger Höhepunkt war der Mord an dem Schwulen Ihsane Jarfi in Lüttich. Als Konsequenz daraus stellte der sozialdemokratische Premierminister Elio Di Rupo, der selbst offen homosexuell lebt, in der vergangenen Woche einen Aktionsplan gegen homophobe und transphobe Gewalt vor. Der Plan dient der Prävention und Sensibilisierung des Themas Homophobie in Schulen und am Arbeitsplatz.

Die Hafenstadt Antwerpen profiliert sich als Schwulenmetropole Belgiens. Antwerpen steht aber auch für das vor Ort geltende „Kopftuchverbot“. Seit 2007 müssen sich Kommunalbeamte im Kontakt mit Bürgern neutral kleiden; äußerliche Symbole ihrer religiösen oder politischen Überzeugung sind tabu. In einem Aufsehen erregenden Interview mit der Zeitung ‚De Standaard‘ erweiterte Antwerpens Bürgermeister Bart De Wever dieses Verbot auf Symbole sexueller Orientierung. „Darf eine Frau ein Kopftuch tragen? Selbstverständlich“, so der konservative Bürgermeister, „aber nicht im Bürgerbüro. Wer das Gesicht der Stadt ist, muss sich neutral verhalten. Ich will nicht, dass jemand in einem Regenbogen-Shirt am Schalter arbeitet. Mit solch einer Symbolik macht ein Homosexueller klar, dass er einer bestimmten Obedienz zugehört. Die Leute erkennen das.“ Ein Kunde städtischer Dienstleistungen brauche nicht zu wissen, ob der Beamte ein homosexueller Moslem ist, eine rechtsextreme Partei wählt oder eine bestimmte Fußballmannschaft unterstützt.

Obwohl De Wever betonte, seine Aussagen hätten nichts mit Schwulenfeindlichkeit zu tun, reagierten Homosexuellen-Verbände und Politiker empört. „Sind gelbe, blaue, rote T-Shirts auch verboten? Diese verweisen ja auch auf politische Parteien. Einzige Lösung: nackt am Schalter“, twitterte der grüne Staatssekretär für Chancengleichheit Bruno De Lille. „Was darf man, was darf man nicht?“, fragt sich Fran Bambust, Sprecherin von Cavaria, dem belgischen Dachverband für Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle. „Darf ein lesbisches Mädchen kurze Haare haben? Ist ein rosa T-Shirt akzeptabel, ein Regenbogen-Shirt aber nicht? Darf ein Transsexueller überhaupt am Schalter arbeiten? Schließlich gewährt nur eine Uniform die vollständige Neutralität“.

Link naar artikel (linksonder President Obama)

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